Risiko durch große Meteoriteneinschläge

bekannte Einschlagkrater:

Ktskrater


Die Oberflächen der Planeten im inneren Sonnensystem und ihrer Monde sind von Einschlagskratern gekennzeichnet. Diese sind das Resultat von Kollisionen mit kleinen Körpern, Asteroiden oder Kometen. Auch die Erde war in der Vergangenheit wiederholt diesem "Bombardement" ausgesetzt. Das Aussterben der Dinosaurier (und vieler anderer Arten) vor 65 Millionen Jahren ist sehr wahrscheinlich auf den Einschlag eines 10 km großen Meteoriten zurückzuführen, der den 200 km großen Chicxulub-Krater auf der Halbinsel Yucatan erzeugte. 1908 verursachte ein historischer Meteoritenfall in Sibirien (sog. Tunguska-Ereignis) eine weltweit hörbare Druckwelle, spätere Expeditionen fanden ein 2000 Quadratkilometer verwüstetes Waldgebiet. Ständig werden neue - potentiell gefährliche - die Erdbahn kreuzende Asteroide entdeckt, wobei nicht nur die selteneren km großen Objekte, sondern auch die häufigeren kleinen (~100 m) Objekte als zivilisationsgefährdend einzustufen sind.
Die wichtigste Grundlage für das Ausmaß der gegenwärtigen Gefährdung ist die Häufigkeit solcher Einschlagsereignisse in der Vergangenheit, d.h. die Altersbestimmung von Impaktkratern durch radiometrische Datierungsmethoden (i.w. durch die 40Ar-39Ar Technik). Aus der durchschnittlichen Häufigkeit bestimmter Kratergrößen lässt sich eine Einschlagswahrscheinlichkeit von Meteoriten bestimmter Größe berechnen. Neuere Studien zur Altersverteilung von Impaktkratern deuten jedoch darauf hin, dass die "Einschlagsaktivität" nicht gleichmäßig stattfindet, sondern in bestimmten Zeitabschnitten (die jeweils einige Millionen Jahre dauern) gehäuft auftritt. Es gibt ernstzunehmende Hinweise, dass dies auch die letzten 2 Millionen Jahre betrifft, d.h. dass wir das gegenwärtige Einschlagsrisiko möglicherweise signifikant unterschätzen. Um dies zu prüfen müssen mittels Altersdaten großer Impaktereignisse und Tracermethoden für den Eintrag extraterrestischen Materials in bestimmten Schlüsselabschnitten der Erdgeschichte (insbesondere in den letzten 2 Millionen Jahren) die Häufung von Impaktereignissen geprüft werden. Dies ist von besonderer wissenschaftlicher, aber auch gesellschaftlicher Bedeutung, da der ohnehin vorhandene Handlungsbedarf für eine Suche nach gefährdenden Objekten und der Erforschung potentieller Gegenmaßnahmen noch signifikant verschärft würde.

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 03.02.2015
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