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As-Problematik in Bangladesch

Das Auswärtige Amt gibt an, dass 663 Millionen Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberen Wasser haben (Stand 2015). Viele Faktoren können zu einer Trinkwassergefährdung führen. In einigen Ländern stellt Arsen im Trinkwasser ein großes gesundheitliches Risiko dar. Eine kontinuierliche Aufnahme kann unter anderem eine kanzerogene Auswirkung auf den menschlichen Organismus haben. Besonders betroffene Länder im asiatischen Raum sind Bangladesch, Indien (West Bengal) und Nord-China (Smedley et al., 2002).

Die hohen Belastungen im Grundwasser von Bangladesch und West Bengalen wurden international als ernstes Problem für die dort lebenden Bevölkerung erkannt (Smedley et al., 2002). Um eine bakterienfreie Trinkwasserversorgung zu gewährleisten bemüht sich die Landesregierung mit der Unterstützung internationaler Hilfsorganisationen landesweit Grundwasser als Trinkwasserquelle zu erschließen  (Harvey et al., 2002). Diese Grundwasserentnahme führte zum Auftreten von As bedingten Krankheitsfällen (Smedley et al., 2002). Gemessene As-Konzentrationen in Brunnen können Gehalte im Bereich von mg/l erreichen und überschreiten damit den von der WHO empfohlenen Grenzwert von 10µg/l deutlich. Der landeseigene Grenzwert in Bangladesch wurde auf 50 µg/l festgelegt (Nickson et al, 2000). Die höchsten Belastungen treten im S und SE des Landes auf (Ravenscroft et al., 2003).  Die Regierung in Bangladesch schätzt, dass 29.24 Millionen Menschen einer As-Konzentration über 50 µg/l ausgesetzt sind (Stand 2009, DPHE). Das entspricht im Jahr 2015 ca. 19 % der Bevölkerung.

Die Forschungsgruppe Hydrogeochemie und Hydrogeologie des Instituts für Geowissenschaften der Universität Heidelberg hat durch langjährige Forschung tiefgreifende Erkenntnisse über das Verhalten von As im aquatischen Milieu gesammelt und Prozesse wie Oxidation, Reduktion, Sorption und Mobilisierung untersucht. Im September 2015 wurde im Rahmen einer Messkampagne oberflächennahes Grundwasser in Bangladesch analysiert. Untersucht wurden drei Standorte in der Umgebung Ullapara, ca. 120 km WNW von Dhaka. Mehrere Messstellen wurden in diesem Zeitraum erfasst und auf Arsen und grundwassercharakterisierende Parameter geprüft. Diese erste Probenahme fand am Ende der Regenzeit statt. Eine zweite Messkampagne im April 2016 soll mögliche jahreszeitliche Schwankungen der Wasserchemie darstellen. Des Weiteren sollen die Quellen für As des oberflächennahen Grundwassers bestimmt werden. Dabei geben ortsgebundene Untersuchungen der Wasserchemie und Sedimentzusammensetzung Aufschluss über das Verhalten der verschiedenen As-Spezies und Mobilität im Untergrund.

Innerhalb des Projekts wurde mit der Universität Dhaka und dem College Ullapara kooperiert. Eine weitere Zusammenarbeiten zum Aufbau einer Datenbank und einer kontinuierlichen Beobachtung As-Konzentration ist geplant.

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 03.12.2015
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