Bereichsbild

Sedimentologie & marine Paläoumweltdynamik

Projekte

Forschungsschiff METEOR

Foto Meteor (Quelle: ZMAW)

Schiffsexpedition nach Brasilien bewilligt

Im März/April 2016 wird unter der Leitung von Dr. André Bahr vom Institut für Geowissenschaften eine vierwöchige Expedition mit dem Forschungsschiff „METEOR“ in den westlichen tropischen Atlantik stattfinden. Ziel des Projekts „SAMBA“ ist die Rekonstruktion der Niederschlagsveränderungen in Ostbrasilien im Laufe der vergangenen 150.000 Jahre.

Die durch BMWF und DFG geförderte Forschungsfahrt findet in enger Einbindung von Projektpartnern von der Universität Sao Paulo statt und umfasst ein internationales Team unter Beteiligung des GEOMAR in Kiel, der Universität Frankfurt sowie Institutionen aus Frankreich, Italien, Luxemburg und Kolumbien. Die Durchführung dieser logistisch komplexen Expedition eröffnet neue Perspektiven für die geowissenschaftliche Forschung an der Universität Heidelberg.

Ziel der Schiffsexpedition ist es, Wasser- und Sedimentproben im Ausstrombereich von Flüssen entlang der brasilianischen Küste zwischen Rio de Janeiro und Fortaleza zu gewinnen. Bisherige Klimarekonstruktionen zeigen, dass gerade Ostbrasilien im Pleistozän/Holozän von extremen Schwankungen in der geographischen Niederschlagsverteilung betroffen war, was zu abrupten Wechseln zwischen feuchten und trockenen Perioden führte, mit entsprechend drastischen Auswirkungen auf die lokale Vegetation. Die Schwankungen im Niederschlag sind wiederum abhängig von der Stärke des südamerikanischen Sommermonsuns, der durch langfristige Änderungen in der Sonneneinstrahlung und kurzfristigen Schwankungen in der Ozeanzirkulation gesteuert wird. Die komplexen Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Steuerungsfaktoren sind allerdings bislang unzureichend verstanden, dabei aber höchst relevant gerade in Bezug auf die zukünftige Klimaentwicklung. Um die Fragen nach den Steuerungsmechanismen zu klären, werden die bei der Fahrt gewonnenen Sedimentkerne mit modernsten geochemischen Methoden untersucht. Die Landnähe der Kerne wird es erlauben, kontinentale Klima- und Umweltschwankungen (wie etwa Vegetationsänderungen) mit Änderungen in der Ozeanzirkulation in Verbindung zu bringen und somit neue Einsichten in die Klimadynamik dieser Region zu gewinnen.

Das FS METEOR ist ein modernes Schiff der deutschen Hochseeforschung. Informationen über diese und andere Expeditionen mit dem FS METEOR können unter https://www.ldf.uni-hamburg.de/meteor.html abgerufen werden.

 

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 13.05.2015
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